Frauen aller Länder machen sich im Netz gegenseitig Mut

Im Corona-Jahr hatten waren viele zu regelrechten "Power-Frauen" geworden

Foto: Eva Wieczorek-Traut  l  Kath. Stadtkirche Duisburg
Foto: Eva Wieczorek-Traut l Kath. Stadtkirche Duisburg

 Wie man in Coronazeiten aktiv und couragiert bleibt, davon handelte das Zoom-Treffen der interreligiösen Initiative „Frauen aller Länder laden ein“ am vergangenen Freitag. Zwar bedauerte das Team um Sr. Mariotte Hillebrand, Ayten Keser und Eva Wieczorek-Traut, dass  keine persönlichen Treffen möglich sind, aber auch im Netz freuten sich die aktiven Frauen über die Begegnung und ließen es sich gemeinsam gut gehen.

Wundertüte sorgte schon vor dem Abend für Spannung

Spannung kam schon auf, als Tage vor der vereinbarten Videokonferenz eine „Wundertüte“ an jede der knapp 60 angemeldeten Frauen ausgeliefert wurde, die nur Spielverderberinnen vor dem Termin geöffnet hätten. Pünktlich zum abendlichen Konferenzbeginn schwirrte dann der virtuelle Begegnungsraum vor Wiedersehensfreude. Die typischen technischen Einstiegsprobleme „Welchen Knopf soll ich jetzt drücken? Huch, ich sehe gar nix! Bin ich echt schon die ganze Zeit auf Sendung?“ wurden mit Ruhe und Humor geklärt.

 

Anstatt über das zu jammern, was abgesagt werden musste, erzählten sich die Frauen gegenseitig in knappen, lebendigen Wort-und -Bildbeiträgen von den Dingen, die sie im Pandemiejahr auf die Beine gestellt haben. Zahide Gümüs nähte mit 20 Frauen und einem Herrn aus dem Rheinischen Dialog und Bildungsverein und weiteren Bildungsinitiativen Masken für die Feuerwehr und das DRK. Trotz erheblicher Lieferengpässe bei Stoff und Gummiband brachten sie 3000 Masken zusammen. Dabei steigerten private wieviel-hast-du-heute Konkurrenzkämpfe die Resultate.

Frauen erzählten sich von ihrer vielfältigen Unterstützungsprojekten

Edith Bauer aus der Evangelischen Kirchengemeinde Hamborn rief mit zwei weiteren Frauen einen Anrufdienst für alleinstehende Gemeindemitglieder ins Leben. Die Drei am Hörer setzten damit ein starkes Zeichen gegen Vereinsamung. Auch für Impftermine sorgte der Telefondienst bei Bedarf.
„Wer dringend mal raus muss, dem sei der tolle Mehrgenerationenspielplatz im Jubiläumshain empfohlen,“ gab Bauer ihren Zuhörerinnen noch als Tipp mit.

Sr. Ursula Preusser berichtete von der brenzligen Situation, die am Petershof entstand, weil die Obdachlosen aus dem Wintercontainer im Frühjahr ihr Auskommen nicht in der menschenleeren Stadt erwirtschaften konnten, wie in den Vorjahren.  In die Bresche sprangen muslimische Frauen aus den Bildungsvereinen im Duisburger Norden FIB e.V., R.D.U.B und Empathie e.V., die den ganzen Ramadan über warmes Essen für die zumeist polnischstämmigen Obdachlosen kochten. Besonders dankbar ist Preusser dafür, dass Zahide Gümüs und ihr Team auch weiterhin jeden Dienstag leckeres türkisches Essen für den Petershof zubereiten.

Heiße Getränke für alle im kalten Februar, warme, selbstgestrickte Mützen und Decken, selbstgebackene Weckmänner, es gibt viele Ideen und für jede eine Möglichkeit, sich zu engagieren. Im engsten Umkreis oder bei einer größeren Organisation, wie der „Seebrücke“ die sich für Flüchtlinge einsetzt. „Wenn man sich bewegt und sich engagiert, trifft man viele Menschen aus der ganzen Welt, die auch was Gutes für andere tun, und so wird man immer mehr ermutigt“, lud Maggy Wösthoff ein, die bei der Seebrücke und den Flüchtlingspatenfrauen Duisburg Nord dabei ist.

Gemeinsame Gespräche stärken

Mit einem heißen Tee und einem Fruchtriegel aus ihrer Wundertüte genossen die Frauen den gemeinsamen Abend und stärkten sich mit Gesprächen in Kleingruppen und einem gemeinsamen interreligiösen Gebet. Zum Schluss verabschiedete Rukiye Kurt die Frauen mit einem Stimmungsbild in Form einer Wortwolke. „Bleibt dran“ war da zu lesen, "Toller Abend“, „Danke für die liebevolle Vorbereitung“, „Super Anregungen“ und „Bis bald“.

 

Text: Sabine Merkelt-Rahm


Hintergrund

Eigentlich lebt die Initiative „Frauen aller Länder laden ein“ genau von den nachbarschaftlichen Treffen, die Frauen unterschiedlicher Kulturen und Religionen zu Themenabenden zusammenbringen. Aber vernetzen kann man sich eben auch virtuell, wie die bestens geplante Videokonferenz jetzt bewiesen hat.


Bildangaben

Oben v.l.: Irma Hauschild, Zahide Gümüs, Lucia Lagoda
Mitten v.l.: Martina Frickel, Sr. Mariotte Hillebrand, Edith Bauer
Unten v.l.: Eva Wieczorek-Traut, Neslihan Kurt, Maggy Wösthoff

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