Einladung zur Podiumsdiskussion über Europas Flüchtlingslager

"Weltblick - Duisburg diskutiert" am 17. September in der Kulturkirche Liebfrauen

Die Veranstaltergemeinschaft „WeltBlick - Duisburg diskutiert“ lädt am 17. September um 19.00 Uhr zu ihrer nächsten Podiumsdiskussion ein. Diesmal geht es in der Kulturkirche Liebfrauen um die Situation der Menschen in den Flüchtlingslagern an den Grenzen der EU und darum, was konkret in Europa, in Deutschland und in NRW getan werden kann und muss, um hier endlich zu menschenwürdigen Lösungen zu kommen.

Veranstalter des Abends sind der GMÖ Gemeindedienst für Mission und Ökumene der evangelischen Kirche im Rheinland, die katholische Stadtkirche Duisburg, das Diakoniewerk Duisburg sowie die Flüchtlingshilfe Duisburg-Neudorf. Die Anzahl der Gäste ist coronabedingt auf 100 begrenzt, eine vorherige Anmeldung über die Website https://weltblick-duisburg.de unbedingt notwendig. Auf dem Podium werden erwartet die Fotografin Alea Horst, die sich kürzlich selbst ein Bild von der Lage im griechischen Flüchtlingslager Moria hat machen können, Diakon Stephan Koch, Flüchtlingsbeauftragter der Katholischen Stadtkirche Duisburg und Vereinsvorsitzender der Flüchtlingshilfe Duisburg-Neudorf sowie Becky Fetsch von der Flüchtlingsberatung im Diakoniewerk Duisburg. Die Moderation übernimmt Diakon Claudio Gnypek vom GMÖ.

„Hinschauen und nicht vergessen, dass was getan werden muss“

 Vor allem Menschen, die über die Türkei nach Europa flüchten, landen derzeit fast ausschließlich in griechischen Lagern und bleiben dort monatelang ohne Perspektive. So wie im griechischen Flüchtlingscamp Moria, das seit Jahren überfüllt ist und wo die Lebensbedingungen nur noch als chaotisch bezeichnet werden können. Zwischendurch wurde dort und anderswo sogar das Asylrecht ausgesetzt und es wird von illegalen Rückführungen in die Türkei berichtet. Zwar gab es immer wieder Versuche, die Geflüchteten auf andere Länder der EU zu verteilen, doch die Verhandlungen scheiterten bisher alle und Griechenland bleibt mit dem Problem allein. "Vor dieser humanitären Katastrophe an den Außengrenzen Europas dürfen wir nicht länger die Augen verschließen, wir müssen hinschauen und jeden daran erinnern: Es muss jetzt etwas getan werden“, fordert Claudio Gnypek, der über dieses Problem am 17. September eigentlich gerne auch mit Kommunal-, Landes- und EU-Abgeordneten diskutiert hätte. Nur leider sei niemand seiner Einladung gefolgt, bedauert Gnypek. Umso wichtiger sei es nun, den Druck auf die Politik seitens der Zivilgesellschaft zu verstärken, damit die Menschen in den europäischen Flüchtlingslagern nicht in Vergessenheit geraten.

Das findet auch Stadtdechant Roland Winkelmann von der katholischen Stadtkirche Duisburg. "Das Flüchtlingsproblem an den EU-Außergrenzen betrifft alle Staaten der Europäischen Union. Das muss man immer wieder deutlich machen. Blockadehaltungen einzelner Länder haben hier nichts verloren. Getragen von einer gemeinsamen ‚Kultur der Aufnahme und Solidarität‘ sollten wir uns jetzt europaweit entschieden an die Seite der Flüchtlinge stellen und die Politik an ihre Verantwortung zur Lösung dieses Dramas erinnern."

"Wir haben bei uns in Deutschland ebenso wie viele andere EU-Staaten unsere Möglichkeiten humanitärer Zuwanderung noch lange nicht erschöpft“, betont auch Stephan Koch, der aus seiner täglichen Arbeit weiß, wovon er spricht. Er kennt die Erzählungen der Geflüchteten, angefangen von den konkreten Fluchtgründen über die persönlichen Fluchtgeschichten bis hin zu den Lebensverhältnissen, die ihnen vor Ort in Duisburg geboten werden können. Und er weiß: "Wir könnten noch mehr Menschen helfen, wenn die EU sich endlich daran erinnern würde, dass sie keine Nutznießer-, sondern eine Solidargemeinschaft ist, die sich in Not gegenseitig unterstützen und helfen sollte, auch beim Problem völlig überlasteter Flüchtlingscamps.“

Um auch Interessierten, die den Besuch von Präsenzveranstaltungen derzeit scheuen, die Möglichkeit zu bieten, der Podiumsdiskussion zu folgen, gibt es am 17. September auch einen Livestream, zu erreichen über folgenden Link: https://weltblick-duisburg.de/europas-fluechtlingslager-wie-sieht-die-situation-der-menschen-an-ihren-grenzen-der-eu-aus/

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